CO2 Steuer: Nein Danke ein alternatives Denk- und Praxismodell

 

Die langfristige Reduzierung des CO2-Ausstoß stellt eine der größten Herausforderungen dar, um den Klimawandel aufzuhalten. Diese Anforderung wird an alle energieverbrauchenden Sektoren gestellt. Nach einer Studie des Frauenhofer ISE, "Was kostet die Energiewende" ist zum Beispiel der Sektor Energiewirtschaft mit 45%, der Sektor herstellende Industrie und Bauwirtschaft mit 16%, der Sektor Straßenverkehr mit 19% und der Sektor Haushalte mit 13% am CO2-Ausstoß beteiligt, um nur die größten Sektoren zu nennen.Es müssen alle Sektoren an der Reduzierung des CO2-Ausstoß beteiligt werden. Nicht nur der Straßenverkehr.

Doch wie?

Im jetzigen Klimapaket der Bundesregierung wird der CO2-Ausstoss eines Energieträgers für Heizung und für den Verkehr über den Emissionshandel bepreist. Die CO2-Bepreisung von Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas soll 2021 mit einem Festpreis für Verschmutzungsrechte von zehn Euro pro Tonne CO2 starten.

Doch diese Abgabe ist das falsche Mittel, denn sie wirkt sich nicht direkt auf die CO2-Reduzierung aus, sondern nur indirekt durch eine Verteuerung des Energieträgers. Man geht also davon aus, dass man nur den Energieträger recht teuer machen muss, um dann den CO2-Ausstoß sofort zu senken. Doch dieser Ansatz funktioniert nicht und ist völlig ungerecht.

Warum?

Nun, in ein Wohngebäuden wurde zum Beispiel eine neue und moderne Gasheizung eingebaut, die noch 20 - 30 Jahre funktionieren wird. Mit einer CO2-Abgabe auf Gas müssten die Nutzer jetzt eine zusätzliche Abgabe bezahlen, ohne dass die Heizung weniger CO2 ausstoßen würde als zuvor. Dies betrifft auch alle Mieter, die in einer Wohnung mit Gasetagenheizung leben. Das Gleiche gilt für das Auto: Ein heute erworbenes neues Auto läuft noch mindestens 10 Jahre. Mit einer CO2-Abgabe wird der Kraftstoff teurer. Das Auto wird deshalb aber auch nicht weniger Kraftstoff verbrauchen und CO2 ausstoßen als zuvor.

Neufahrzeuge werden nach der EU Richtlinie 2019/631 ab dem nächsten Jahr indirekt sowieso mit einer zusätzlichen Abgabe belastet, denn jedes Fahrzeug, das mehr als 95 gCO2/km ausstößt, wird mit einer Strafe von 95 Euro/gCO2 zusätzlich belastet. Damit müssen in 2020 und den Folgejahren für alle Neuwagen jährlich ca. 9Mrd Euro von Deutschland an die EU bezahlt werden (s. Rahmenbedingungen). Das bedeutet, dass der Nutzer eine CO2 Abgabe bezahlen muss, ohne dass das Klima dafür einen Nutzen hätte.

Die folgende Abbildung 1 zeigt den Deckungsanteil der Wind- und Sonnenenergie an der Stromproduktion- und am Stromverbrauch in Deutschland für das Jahr 2022 mit Daten der Bundesnetzagentur [1]. Es wird deutlich, dass an Tagen mit geringem Wind- und Sonnenenergieanteil der Deckungsanteil teilweise nur 10% beträgt. Dieser Zeitraum mit geringem Deckungsanteil kann bis zu 8 Tage andauern. Er muss mit Strom, hergestellt aus Energieträgern und chemisch gebundenem Kohlenstoff, gepuffert werden.

 Deckungsgrad

 

Abbildung 1: Deckungsanteil der Wind- und Sonnenenergie

Das bedeutet, dass es aufgrund des Ertrages der schwankenden Wind- und Sonnenergie eine Energiewende in Deutschland ohne synthetische und kohlenstoffbasierte Energieträger mit recyceltem Kohlenstoff nicht geben kann. Es wird ohne Power to X (X = Gas or Liquid) (PtX) keine Energiewende geben!

Wie die FVV Kraftstoffstudie [2] gezeigt hat, ist hierzu synthetisches Methan am besten geeignet. Dieser PtG-Energieträger beinhalten recycelten Kohlenstoff, der bei der Verbrennung wieder freigesetzt wird. Mit einer CO2-Steuer wird dieser Energieträger genauso mit der Steuer belastet wie das fossile Pendant, da sich beide Stoffe in der gleichen Leitung befinden.

Es macht doch keinen Sinn, diesen mit Aufwand aus erneuerbaren Energiequellen und recyceltem Kohlenstoff hergestellten Energieträger mit einer zusätzlichen Steuer zu belasten.

Der Hebel zur CO2 Reduzierung muss dort angesetzt werden, wo der fossile Kohlenstoff in Umlauf gebracht wird, also dem Energielieferanten. Eine Waschmaschine kann beispielsweise CO2-frei mit grünem Strom betrieben werden oder mit CO2-behaftetem Strom aus Braunkohle. Ein Auto kann mit CO2-freiem synthetischen Methan (CNG) und recyceltem Kohlenstoff betrieben werden oder mit CO2-behaftetem fossilen Erdgas/Benzin.

Das gleiche gilt für alle aus Erdöl hergestellten Produkte, insbesondere Kunststoffprodukte wie der Joghurtbecher, die Plastiktüte oder das Gehäuse eines Fernsehers. Auch sie können mit Energieträgern aus fossilem Kohlenstoff oder recyceltem Kohlenstoff hergestellt werden.

Schuld an der hohen CO2 Belastung ist also der Energieträger und nicht die mit ihm verbundene Anwendung. Um nun den CO2-Ausstoß aller Sektoren zu reduzieren darf man also nicht die Anwendung mit einer CO2-Steuer bestrafen, sondern man muss den Energieträger bzw. das Ausgangsprodukt reglementieren.

Daraus ergibt sich ein: "Verfahren zur fossilen Kohlenstoff Reduzierung" und daraus abgeleitet die Weltformel zur Reduzierung der CO2 Emissionen.

Dieses Verfahren wäre einfach, zielführend und clever.

Eine CO2 Steuer ist nicht zielführend.

 

Literatur:

[1]  Daten der Bundesnetzagentur: www.smard.de

[2]  FVV Kraftstoffstudie: https://www.fvv-net.de/medien/presse/detail/klimaneutral-in-die-zukunft

[3]  WtT-CO2 from JEC V4 study 2013, Appendix 2

[4]  FVV Kraftstoffstudie: https://www.fvv-net.de/medien/presse/detail/klimaneutral-in-die-zukunft/ 
      Min.-Kostenszenario FT-Gasoline